Universität des Saarlandes und Rechtswissenschaftliche Fakultät

Luftbild Uni Klaus WinklerDie Universität des Saarlandes wurde nach dem Zweiten Weltkrieg unter der Ägide der Université Nancy als zweisprachige Universität ins Leben gerufen. Sie ging aus dem von der französischen Besatzungsmacht  1947  eingerichteten medizinischen „Centre Universitaire d‘Etudes Supérieures de Hombourg“ hervor. Noch bevor die Universität im April 1948 durch Beschluss des Verwaltungsrates in Paris formell gegründet wurde, hatte am 15. Februar 1948 die erste rechtswissenschaftliche Lehrveranstaltung stattgefunden. Das 1951 gegründete Europa-Institut und das nur vier Jahre später eingerichtete Centre d‘Etudes Juridiques Françaises, das später in Centre Juridique Franco-Allemand umbenannt wurde, sind bis heute Aushängeschilder  der Rechtswissenschaftlichen Fakultät und stehen für die europäische Ausrichtung der Universität insgesamt. Aus der Perspektive der Juristen hat es deshalb Symbolkraft, dass Karlsruhe, Luxemburg und Straßburg in (fast) gleicher Nähe zum Saarbrücker Campus liegen. Übrigens: Selbst nach Paris sind es mit dem ICE oder TGV weniger als zwei Stunden.

Fast ein Fünftel der heute rund 17 000 Studentinnen und Studenten der Universität des Saarlandes kommt aus dem Ausland. Die meisten Fachrichtungen sind auf dem Campus im Saarbrücker Stadtwald beheimatet – auf dem Gelände der ehemaligen Below-Kaserne (benannt nach dem preußischen  General  Fritz  Wilhelm  Theodor Carl von Below, der ab 1912 das XXI. Armee-Korps befehligte). Die Medizinische Fakultät hat rund 30 Kilometer entfernt in Homburg (Saar) ihren Sitz; dort befindet sich auch das Universitätsklinikum. Die Universität des Saarlandes ist außerdem von einem dichten Kranz außeruniversitärer Forschungseinrichtungen umgeben. Zu ihnen gehören auf dem Campus unter anderem die Max-Planck-Institute für Informatik und für Softwaresysteme, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz sowie zwei Fraunhofer-Institute.

B4 1Im Jahr 2016 wurden die Fakultäten neu gegliedert. Aus der „Abteilung Rechtswissenschaft“ der Rechts- und Wirtschafts- wissenschaftlichen Fakultät ging die Rechtswissenschaftliche Fakultät hervor, die mit rund 2 600 Studentinnen und Studenten auch als Solistin noch eine der größeren Fakultäten der Universität ist. Neben dem klassischen Examensstudiengang Rechtswissenschaft bietet die Fakultät den Master-Studiengang „Europäisches und Internationales Recht“ am Europa-Institut sowie gemeinsam mit dem Bereich Wirtschaftswissenschaft den Studiengang „Wirtschaft und Recht“ (Bachelor und Master) an. Eine weitere Besonderheit ist der vom Centre Juridique Franco-Allemand angebotene Studiengang „Droit“. Die Rechtswissenschaftliche Fakultät ist die einzige Hochschuleinrichtung außerhalb Frankreichs, die mit der Licence einen französischen Jura-Abschluss vergibt.

Zusammen mit der University of Warwick und der Université Lille 2 bietet die Fakultät ferner ein trilaterales Studienprogramm (Integrated Common Programme Lille-Warwick-Saarbrücken – ICP) an, das als viersemestriges Begleitstudium zum Studium der Rechtswissenschaft konzipiert ist und den Erwerb des französischen akademischen Titels eines „Master en Droit, mention Activités Transnationales, spécialité Droit De L‘Union Européenne“ ermöglicht.

Das Öffentliche Recht wird derzeit hauptamtlich  vertreten  durch  die  Professoren Marc Bungenberg, Philippe Cossalter (Französisches Öffentliches Recht), Thomas Giegerich, Christoph Gröpl, Annette Guckelberger und Jan Henrik Klement sowie die emeritierten oder im Ruhestand befindichen Professoren Wilfried Fiedler, Klaus Grupp, Wolfgang Knies, Georg Ress, Torsten Stein und Rudolf Wendt.

Fotos: Luftbild Universität des Saarlandes und Gebäude B4 1 (copyright Klaus Winkler, Universität des Saarlandes und Simon Dörrenbächer).