Das Saarland – Großes entsteht immer im Kleinen

Die Saarschleife am frühen Morgen Copyright TOURISMUS ZENTRALE SAARLANDDas Saarland ist das kleinste deutsche Flächenland. Menschen, Wirtschaft und  Wissenschaft  ziehen  Gewinn  aus  der zentralen Lage im Dreiländereck von Deutschland, Frankreich und Luxemburg. Als eigenständige politische Einheit entstand das Saarland 1920 als „Saargebiet“. Aufgrund des Friedensvertrags von Versailles wurde es – als suspendierter Gliedstaat des Deutschen Reiches – unter die Treuhänderschaft des Völkerbundes gestellt.

Nachdem die Bevölkerung in einer Volksabstimmung mit deutlicher Mehrheit  für  die Vereinigung mit Deutschland gestimmt hatte, kam es im Jahre 1935 zur Rückgliederung des Saargebiets  als  Saarland in das Deutsche Reich. Zum Ende des zweiten Weltkrieges wurde das Saarland Teilgebiet der französischen Besatzungszone. Im Jahre 1947 trat die Verfassung des Saarlandes in Kraft. In ihrer ursprünglichen Fassung  diente  sie  der  Legitimation  der Verselbständigung des Saarlandes gegenüber Deutschland, dem wirtschaftlichen Anschluss an Frankreich und der Schaffung einer demokratischen Grundlage für ein eigenständiges  Staatswesen.

Das Saarland war damals ein  assoziiertes Mitglied des Europarates. Es war unter den zehn Mitgliedern, die durch ihre Ratifikation das Inkrafttreten der Europäischen Menschenrechtskonvention im Jahr 1953 bewirkten. Natürlich hatten die Saarländer auch einen eigenen Außenminister und sogar eine eigene Fußballnationalelf, die vier Jahre lang vom späteren Weltmeister-Trainer Helmut Schön betreut wurde. Die Saarabstimmung des Jahres 1955 brachte nach heftigem Abstimmungskampf ein klares Ergebnis zugunsten einer Zugehörigkeit zur Bundesrepublik Deutschland. Der Beitritt wurde zum 1. Januar 1957 vollzogen.

Ministerpräsidentin des  Saarlandes  ist  seit 2011 die CDU-Politikerin Annegret Kramp-Karrenbauer, in deren Anwesenheit  der  Empfang  am  Donnerstag,   dem 5. Oktober 2017, in der Völklinger Hütte ausgerichtet wird.

DillingerDer Anteil der Industrieproduktion  an  der  Wirtschaftsleistung des Saarlands ist ebenso wie das Pro-Kopf-Einkommen im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich. Nach der hochwertigen Saarkohle sollen schon die Kelten gegraben haben. In der Moderne prägte der Steinkohlebergbau die Region mehr als 200 Jahre. Vor fünf Jahren wurde das letzte Bergwerk geschlossen.

Wenngleich die Montanindustrie noch heute eine große Rolle spielt (Saarstahl in Völklingen, Dillinger Hütte), nehmen die Auto- und Autozulieferindustrie sowie ein breitgefächerter, exportstarker Maschinenbau inzwischen eine führende Stellung ein. In der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ wurde das Saarland jüngst sogar als „Autoland“ bezeichnet. Über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist auch das 1748 gegründete Keramikunternehmen Villeroy & Boch mit Hauptsitz in Mettlach. Im Export hat Großbritannien den Nachbarn Frankreich inzwischen als wichtigstes Abnehmerland abgelöst.

Auch in Kunst und Kultur ist das Saarland lebendig. Hervorzuheben sind die Ausstellungen im Weltkulturerbe Völklinger Hütte. Die Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern wird gemeinsam vom Saarländischen Rundfunk und dem Südwestrundfunk getragen. Schauspiel, Ballett, Sinfoniekonzerte und Opern bietet das Saarländische Staatstheater. Das  Theaterschiff  Maria-Helena hat seinen Heimathafen am Saarbrücker Saarufer. Das Saarlandmuseum mit seiner voraussichtlich im Herbst 2017 wiedereröffneten Modernen Galerie ist ebenfalls einen Besuch wert.

Das Saarland ist eine grüne Region. Es gibt viele Wälder, Wiesen und Weiden, vielerorts prägen Flussauen die Landschaft. Ausgezeichnete Rad- und Wanderwege haben das Saarland zu einer beliebten Urlaubsregion werden lassen. Ausflugsziele wie die malerische Saarschleife im Norden bei Mettlach und das ländliche Unesco-Biosphärenreservat Bliesgau sind schnell zu erreichen. Mehrere Sterneköche und die Nähe zu Frankreich verhelfen dem Saarland zu seinem Ruf als Feinschmeckerland.

Fotos: Die Saarschleife am frühen Morgen (Quelle: E. Dubois, Tourismus Zentrale Saarland) und Roheisenstück in der Produktionslinie der Dillinger Hütte (Quelle: Dillinger).